NoTime – Anleitung
Von der Installation bis zur ersten Show: hier ist alles erklärt, was NoTime kann – Schritt für Schritt.
Installation
Windows
-
Auf der NoTime-Seite auf
„Download for Windows" klicken – du bekommst eine
Datei wie
NoTime_0.1.6_x64-setup.exe. - Die heruntergeladene Datei per Doppelklick starten.
- Es erscheint eine Windows-Sicherheitswarnung – das ist normal (siehe unten), auf „Weitere Informationen" und dann „Trotzdem ausführen" klicken.
- Dem Installer folgen. Danach liegt NoTime im Startmenü und kann normal gestartet werden.
Windows zeigt beim Start den blauen Hinweis „Der Computer wurde durch Windows geschützt" (SmartScreen). Der Grund ist nicht, dass etwas mit der Datei nicht stimmt, sondern dass die Installationsdatei kein kostenpflichtiges Code-Signing-Zertifikat hat. Solche Zertifikate kosten jährlich mehrere hundert Euro – jede kleinere Software ohne dieses Zertifikat löst dieselbe Warnung aus.
Klicke auf „Weitere Informationen" und dann auf „Trotzdem ausführen". Die Warnung verschwindet, sobald die Datei bekannter wird bzw. nach der Installation.
Zur Sicherheit: Die Updates von NoTime sind kryptografisch signiert. Die App installiert nur Aktualisierungen, deren Signatur zu unserem Schlüssel passt – ein manipuliertes Update würde abgelehnt.
Firewall: Beim ersten Start fragt die Windows-Firewall eventuell nach einer Freigabe. Diese wird nur für die Handy-Fernbedienung gebraucht – erlaube sie für private Netzwerke, wenn du sie nutzen willst. Ohne Freigabe funktioniert NoTime ansonsten ganz normal.
WebView2: NoTime nutzt die Windows-Komponente „WebView2", die auf Windows 10/11 fast immer vorhanden ist. Falls nicht, lädt der Installer sie einmalig nach – dafür wird kurz Internet benötigt.
macOS
-
Auf der NoTime-Seite auf
„Download for macOS" klicken – du bekommst eine
Datei wie
NoTime_0.1.6_universal.dmg(läuft nativ auf Intel- und Apple-Silicon-Macs). -
Die
.dmg-Datei per Doppelklick öffnen und NoTime in den Programme-Ordner ziehen. - NoTime aus dem Programme-Ordner starten. Beim ersten Start meldet macOS Gatekeeper (siehe unten) – einmal bestätigen, danach startet NoTime ganz normal.
Genau wie bei Windows liegt das nicht an einem kaputten Download, sondern daran, dass NoTime kein kostenpflichtiges Apple-Entwicklerzertifikat (99 $/Jahr) samt Notarisierung hat. Je nach macOS-Version siehst du eine von zwei Meldungen:
„NoTime kann nicht geöffnet werden, da es von einem nicht verifizierten Entwickler stammt" – im Finder mit Rechtsklick (bzw. Ctrl-Klick) auf NoTime.app → „Öffnen" wählen und im Dialog nochmal auf „Öffnen" bestätigen. Das musst du nur beim allerersten Start machen.
„NoTime ist beschädigt und kann nicht geöffnet werden" – kommt vor allem auf Apple-Silicon-Macs vor (strengere Gatekeeper-Prüfung bei unsignierten, aus dem Internet geladenen Apps) und ist trotz der Formulierung keine echte Beschädigung. Dann im Terminal einmalig:
xattr -cr /Applications/NoTime.app
Das entfernt nur die „aus dem Internet geladen"-Markierung; danach lässt sich NoTime normal öffnen.
Zur Sicherheit: Die Updates von NoTime sind kryptografisch signiert. Die App installiert nur Aktualisierungen, deren Signatur zu unserem Schlüssel passt – ein manipuliertes Update würde abgelehnt.
Firewall: macOS fragt beim ersten Start eventuell, ob NoTime eingehende Netzwerkverbindungen annehmen darf. Das wird nur für die Handy-Fernbedienung gebraucht – erlauben, wenn du sie nutzen willst. Ohne Freigabe funktioniert NoTime ansonsten ganz normal.
Aufbau: zwei Fenster
NoTime besteht aus zwei Fenstern:
- NoTime – Control: dein Bedienfenster. Hier stellst du alles ein. Das sieht nur du.
- NoTime – Display: die große Anzeige für die Bühne bzw. den Regie-/Saalmonitor. Diese wird im Vollbild auf einen zweiten Bildschirm gelegt.
Im Control-Fenster gibt es oben vier Reiter: Control (Timer & Nachrichten), Schedule (Ablaufplan), Settings (Aussehen, Fernbedienung, Updates) und Changelog (Änderungen). Ganz oben siehst du immer die aktuelle Zeit als große Vorschau.
Anzeige öffnen
Ist beim Start ein zweiter Bildschirm angeschlossen, öffnet NoTime die Anzeige dort von selbst im Vollbild – du musst nichts tun. Bei nur einem Bildschirm bleibt sie zu, damit sie deine Steuerung nicht verdeckt. Abschalten kannst du das in Settings unter „Anzeige beim Start automatisch öffnen".
Manuell geht es natürlich weiterhin:
- Zweiten Bildschirm/Beamer anschließen und als „erweitert" einrichten.
- Im Reiter Control unten den gewünschten Monitor aus der Liste wählen. Unsicher, welcher welcher ist? Auf „Identify screens" klicken – dann blitzt auf jedem Bildschirm kurz eine große Nummer auf.
- Auf „Open display" klicken – die Anzeige geht auf dem gewählten Bildschirm im Vollbild auf.
- Zum Schließen: Esc auf der Anzeige drücken oder im Control auf „Close display". Die Anzeige wird nur ausgeblendet und lässt sich jederzeit wieder öffnen.
Oben im Control siehst du jederzeit eine Statuszeile: ob die Anzeige läuft, auf welchem Bildschirm, und ob gerade Timer, Uhrzeit oder Blackout gezeigt wird.
Uhrzeit, Blackout & Beginn-Countdown
Diese drei Schalter findest du im Reiter Control im Bereich „On screen" – direkt griffbereit während der Show.
Uhrzeit statt Timer
Mit „Show clock" zeigt die Anzeige groß die aktuelle Uhrzeit. Der Timer läuft im Hintergrund weiter – ein zweiter Klick schaltet zurück, ohne dass etwas verloren geht.
Nie ein leerer Bildschirm
Solange noch kein Timer gesetzt wurde, zeigt die Anzeige automatisch die Uhrzeit. So sieht das Publikum nie eine schwarze Fläche und alle sehen sofort, dass die Technik läuft.
Beginn-Countdown
Trage bei „Show start" eine Uhrzeit ein (z. B. 19:30) und klicke auf „Go live" – die Anzeige zeigt dann sofort groß „Beginn in 12:34", ideal fürs Einlassprogramm. Ein zweiter Klick schaltet zurück.
Auch ohne „Go live" erscheint der Countdown automatisch, solange kein Timer läuft. Ist die Startzeit erreicht, wechselt die Anzeige zurück zur Uhr.
Blackout
„Blackout" macht die Anzeige sofort komplett schwarz – der Panik-Knopf, wenn nichts zu sehen sein soll. Der Timer läuft dabei unbeeindruckt weiter; ein zweiter Klick holt das Bild zurück. Auch per Handy-Fernbedienung und Stream Deck erreichbar.
Timer stellen
Countdown oder Count-up
Wähle Countdown (zählt herunter) oder Count-up (zählt hoch), trage Minuten und Sekunden ein und bestätige mit „Set".
Zeit direkt eintippen
Schneller geht's über die große Zeitanzeige oben: einmal
draufklicken, Zeit eintippen und Enter drücken. Erlaubt sind
mm:ss (z. B. 5:00) und h:mm:ss
(z. B. 1:30:00). Eine einzelne Zahl wird als Minuten
verstanden – 5 ergibt also 5:00. Esc bricht ab.
Auf eine Uhrzeit hin
Du kannst statt einer Dauer auch eine Ziel-Uhrzeit angeben (z. B. „Ende um 14:30"). NoTime rechnet die verbleibende Zeit selbst aus. Liegt die Uhrzeit bereits in der Vergangenheit, wird der nächste Tag genommen.
Starten, pausieren, korrigieren
- Start / Pause / Reset steuern den Lauf.
- Mit den ± Tasten gibst du im laufenden Betrieb Zeit dazu oder nimmst welche weg – der Timer läuft dabei weiter.
Nachrichten an die Bühne
Im Bereich Message schickst du Text auf die große Anzeige – ideal für „Bitte zum Schluss kommen" oder „Lauter sprechen".
- Text ins Feld tippen und Enter drücken (oder „Send").
- Size wählt die Schriftgröße (Small, Normal, Large, Huge).
- Color aktiviert eine eigene Textfarbe; ohne Haken wird die Standardfarbe der Anzeige genutzt.
- Flash lässt die Nachricht blinken.
- Mit „Hide" blendest du sie wieder aus.
Größe, Farbe und Flash wirken sofort auf eine bereits sichtbare Nachricht – du musst nicht erneut auf „Send" drücken.
Für Standardsituationen gibt es fertige Schnell-Nachrichten („Wrap up", „Time's up", „5 minutes left" …) – ein Klick genügt.
Ablaufplan (Cues)
Im Reiter Schedule legst du den Ablauf deiner Veranstaltung an – jeder Programmpunkt ist ein „Cue".
- Mit „Add cue" einen Programmpunkt anlegen.
- Titel, Modus (Countdown/Count-up) und Dauer eintragen. Der Titel wird auf der Anzeige über der Uhr eingeblendet.
- Auto-continue aktivieren, wenn nach dem Nullpunkt automatisch der nächste Cue starten soll.
- Mit Load lädst du einen Cue in den Timer, mit ◀ Previous / Next ▶ springst du durch den Ablauf.
Presets speichern
Ein Preset speichert Aussehen + kompletten Ablaufplan unter einem Namen – praktisch, wenn du wiederkehrende Formate fährst.
- Save legt das aktuelle Setup unter einem Namen ab.
- Load holt es zurück, Delete entfernt es.
-
Export / Import schreibt bzw. liest eine
.json-Datei – so nimmst du dein Setup auf einen anderen Rechner mit.
Handy-Fernbedienung
Du kannst NoTime von jedem Handy, Tablet oder Rechner im gleichen Netzwerk bedienen – ganz ohne App.
-
Im Reiter Settings den Bereich
„Phone remote" suchen – dort steht eine Adresse wie
http://192.168.1.42:3737/, daneben ein QR-Code. - QR-Code mit der Handy-Kamera scannen (oder die Adresse im Browser eintippen).
- Fertig: Start/Pause, Reset, Cue vor/zurück, Zeit ±, Nachrichten – und eine Live-Vorschau, die genau zeigt, was gerade auf der großen Anzeige steht.
Die Fernbedienung ist nicht passwortgeschützt. Jeder im selben Netzwerk, der die Adresse kennt, kann steuern. Für Produktions- und Event-Netze ist das in Ordnung – in offenen Gäste-WLANs solltest du es bewusst einsetzen.
Klappt die Verbindung nicht, ist meist die Windows-Firewall schuld: NoTime für private Netzwerke freigeben.
Anzeige im Browser
Die große Anzeige gibt es auch als Webseite – damit wird jedes Tablet, jeder Smart-TV und jeder zweite Rechner zur zusätzlichen Bühnenanzeige, ganz ohne Installation.
-
In Settings → „Display in a browser" steht die Adresse
(endet auf
/display) – daneben ein QR-Code zum Scannen. - Die Adresse auf dem anderen Gerät im Browser öffnen.
- Unten rechts auf „Vollbild" tippen – der Mauszeiger blendet sich nach kurzer Zeit aus.
Die Browser-Anzeige ist reine Anzeige (keine Bedienung) und übernimmt alles vom echten Display: Hintergrundfarbe, Warnfarben, Overtime-Blinken, Nachrichten, Fortschritt, Uhrzeit- und Blackout-Modus.
Stream Deck
Für die Bedienung über ein Elgato Stream Deck gibt es ein fertiges Profil – ganz ohne Fremd-Plugin.
- In Settings auf „Export Stream Deck profile…" klicken und die Datei speichern.
- Die gespeicherte Datei doppelklicken – die Stream-Deck-Software importiert das Profil.
- Fertig: Start/Pause, Reset, Cue vor/zurück, Zeit ± und Nachrichten liegen auf den Tasten.
Technisch nutzen die Tasten die eingebaute Stream-Deck-Aktion „Website" im Modus „GET-Anfrage im Hintergrund" und sprechen den lokalen Steuerserver von NoTime an.
Darstellung anpassen
Im Reiter Settings bestimmst du, wie die Anzeige aussieht:
- Hintergrundfarbe: fertige Vorgaben u. a. für Chroma-Grün – damit lässt sich die Anzeige im Mischer sauber keyen. Alternativ Schwarz oder eine eigene Farbe.
- Textfarbe der Ziffern.
-
Warnschwellen: „Yellow at" und „Red at" (in Sekunden)
legen fest, ab wann die Ziffern gelb bzw. rot werden.
0schaltet die jeweilige Stufe ab. Nach dem Nullpunkt blinkt die Zeit im Overtime. - Ein-/ausblenden: Uhrzeit, Fortschrittsbalken und Cue-Titel lassen sich einzeln abschalten.
- Uhrzeit-Format: 24 Stunden mit Sekunden (Standard), 24 Stunden ohne Sekunden oder 12 Stunden mit AM/PM für internationale Produktionen.
Updates
NoTime prüft beim Start automatisch, ob eine neue Version vorliegt. Wenn ja, wirst du gefragt – installiert wird nur nach deiner Bestätigung, nie ungefragt mitten im Betrieb.
Manuell geht es jederzeit über Settings → „Check for updates…". Die aktuelle Version steht dort und oben im Kopf des Control-Fensters.
Tipps für den Live-Betrieb
- Vorher testen: Anzeige einmal auf den echten Monitor legen und Farben/Schwellen prüfen, bevor das Publikum da ist.
- Versehentliches Beenden: Beim Schließen fragt NoTime nach – ein Fehlklick beendet also keine laufende Show.
- Absturzsicherheit: Timer, Nachricht und aktueller Cue werden laufend gespeichert und nach einem Neustart wiederhergestellt (pausiert, damit nichts unbemerkt weiterläuft).
- Zweite Bedienung: Handy-Fernbedienung als Backup/Zweitplatz nutzen – z. B. für den Regisseur neben dir.
Melde dich gern über die Kontaktangaben im Impressum.